
Hooge, die Königin der Halligen, ist die zweitgrößte der zehn Halligen im Schleswig-Holsteinischen Wattenmeer
Zum Gemeindegebiet gehört neben der Hallig Hooge auch die unbewohnte Hallig Norderoog. Die Siedlungen liegen auf zehn künstlichen Hügeln, Warften genannt.
Hooge ist, anders als die anderen Halligen, von einem rund 1,20 Meter hohen Steindeich umgeben, so dass es vor Überflutung durch leichtere Sturmfluten geschützt ist.
Erdgeschichtlich betrachtet sind die Grundfesten Hallig Hooges und der Nachbarhalligen erst gut 10.000 Jahre alt. Der Anstieg des Meeresspiegels am Ende der Eiszeit um mehr als 30 Meter ließ das Gebiet des heutigen Nordfrieslands bis zur Geestlinie zwischen Leck, Niebüll, Bredstedt und Husum im Meer untergehen.
Die Herkunft des Namens „Hooge“ ist strittig. Möglicherweise bedeutet es hohe (Hallig), denn Hooge liegt etwas höher als die übrigen Halligen. Vor 1362 war Hooge ein Teil der Pellwormer Harde der Insel Strand. Durch die Zweite Marcellusflut wurde sie von Strand getrennt. Die Kirche und Deiche wurden zerstört. Die Nordfriesen unterstanden seit dem 13. Jahrhundert im Wechsel den dänischen Königen oder schleswigschen Herzögen. Seit 1864/67 gehörte Hallig Hooge dann zu Preußen, seit 1871 zum Deutschen Reich.
Ein Erwerbszweig der Hooger war lange die Salzsiederei.
1593 gab es auf Hooge 23 Warften, 1758 waren es noch 16. Vor 200 Jahren waren es 10 Warften, von denen einige mit 20 Häusern bebaut waren, und 480 Einwohner. Vor der Flut von 1825 zählte man noch 100 Häuser und 393 Einwohner. 25 Jahre später waren es 70 Häuser und 250 Einwohner. Vor 100 Jahren wohnten auf 9 bebauten Warften in 35 Häusern 140 Personen. Heute sind es nur noch 83 Einwohner
St.-Johannis-Kirche
Die St.-Johannis-Kirche befindet sich auf der Kirchwarft. Obwohl die Hooger Kirche erst 1637 geweiht wurde, trägt die hintere Bank auf der linken Seite des Gestühls die Jahreszahl 1624. In diesem Jahr wurde die in der großen Sturmflut von 1634 zerstörte Osterwohlder Kirche geweiht. Außer dem Gestühl stammen auch die Backsteine der Kirche, das Taufbecken und wahrscheinlich auch die Kanzel aus der zerstörten Kirche Osterwohld, einem Kirchspiel der auseinander gerissenen Insel Strand.
Da Hooge nach dem Untergang von Strand seine Holzkirche verloren hatte, wurde es dem Kirchspiel Pellworm zugewiesen.
Die Kirche ist umgeben vom Friedhof, auf dem sich das Grab des langjährigen Norderooger Vogelwartes Jens Wandt befindet. Auf dem Friedhof befindet sich ein schlichtes Holzkreuz, die „Heimat für Heimatlose“. In seinem Bereich wurden nicht identifizierte, angespülte Strandleichen begraben.
Bemerkenswert ist, dass das Pfarrhaus neben der Kirche weit größer ist als die Kirche selbst.
Im „Glockenstapel“ , einem Holzstuhl, hängt die einzige Glocke der Hooger Kirche. Die Gottesdienste während des Sommers sind oft gut besucht und abwechslungsreich gestaltet, da jedes Jahr viele christliche Jugendgruppen die Hallig besuchen. Auch gibt es auf Hooge noch Gottesdienste, die komplett in niederdeutscher Sprache gehalten werden; auch die Choräle werden dann in einer niederdeutschen Version gesungen.
Die Kirchengemeinde Hooge wird von einem auf der Hallig wohnhaften Pfarrer betreut. Gottesdienste finden an allen Sonntagen sowie den landesweit üblichen Feiertagen statt.
Kultur
Einige Halligbewohner sprechen noch heute die halligfriesische Variante des Nordfriesischen.
Frauen und Mädchen trugen traditionell eine Tracht. Um 1850 verdrängte die Tracht der Insel Föhr die einheimische Tracht. Auch die Föhrer Tracht wurde lange nicht mehr getragen. Seit Gründung der „Tanz- und Trachtengruppe der Hallig Hooge“ wird sie aber wieder öffentlich gezeigt.
Alle zwei Jahre findet auf Hooge der „Hooger Trachtensommer“ statt, auf dem sich Trachtenträger der Region treffen. Regelmäßig Anfang Mai finden die „Ringelganstage“ statt, wenn die Ringelgänse auf ihrem Zug in den Norden im Wattenmeer Station machen.
[Quelle: Textauszug von wikipdia.org, dort zur Hallig Hooge.]
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